Beim Schäfer Zuhause im Valle di Lanaitto (Sardinien)
"Kochen ist sichtbar gewordene Liebe und es mit Freunden teilen, ist das schönste Geschenk überhaupt"
Die erste Begegnung mit dem Schäfer des Tals empfanden wir als ein wenig abweisend, doch je öfters wir uns begegneten, je freundlicher wurde der Ton der Begrüßung und letztendendes ernteten wir sogar ein Lächeln von ihm.
Immerhin begegneten wir uns jeden Tag, denn wir standen mit unserem Reisegespann auf einer Wiese die direkt an dem Weg lag, worauf der Schäfer mit seinem kleinen Fiat mehrfach am Tag vorbeifuhr.
Dieser uralte Fiat Panda sah jedesmal sehr abenteuerlich aus, oftmals war er schwer mit Dornengestrüpp oder anderem Material beladen, welches einfach irgendwie auf dem Dach und der Kofferraumhaube festgezurrt war.
Ab und an kam der Schäfer auch zu Fuß vorbei, so wie an diesem Tag.
In einem Sack hatte er ein frischgeborenes Ziegenbaby geschultert, welches den Weg zum Stall nicht mit der Herde zurück legen konnte und darum von ihm Heim getragen wurde.
Er begrüßte uns, zeigte das Ziegenbaby und wir zeigten ihm das „Ein und Andere“ an und in unserem Reisegefährt.
So geschah es, dass wir eine Einladung zum Kaffee um 18 Uhr erhielten und versprachen, pünktlich zu erscheinen.
Die Schäferhütte war fensterlos, sehr einfach eingerichtet, doch Dank eines großen offenen Kamins schön warm und trotz Kargheit durchaus gemütlich.
Nachdem der Kaffee getrunken war, wurden wir zum Bleiben und mitessen eingeladen.
Wir erklärten, dass unser Essen schon vorbereitet am Auto auf uns wartete und fragten, ob unser Gastgeber nicht lieber zu uns kommen wolle.
Es gäbe Pfannkuchen und wir würden uns freuen, ihn als „unseren Gast“ zum Abendessen begrüßen zu dürfen.
Es sei viel zu windig und zudem zu kalt um am Auto zu essen wurden wir belehrt, doch wir könnten einfach in seiner Hütte kochen und dann dort zusammen essen.
Gesagt, getan …
Die beiden Herren sprangen ins Auto und fuhren los um alles zu holen.
Ein knappes halbes Stündchen später brutzelte schon das Fett in der Pfanne auf dem Herd des Schäfers.
Lustig war es, zumal der Schäfer noch nie Pfannkuchen gegessen hatte … zumindest verstanden wir das so uns sahen es ihm auch an.
Es gab würzige Pfannkuchen und Giovanni beäugte zuerst sehr argwöhnisch seinen Teller.
Dann wurde ganz vorsichtig ein winzigen Happen probiert, die Augen schauten dabei schräg nach oben und dann überzog sich sein Gesicht mit einem Lächeln, die Gabel wurde voll geladen und verschwand hinter schmatzenden Lippen.
Es schien geschmeckt zu haben, denn der Dank kam nach dem ausgiebigen Mahl in Form eines sehr zufriedenen Grinsens und einem anerkennenden Nickens.
An diesem Ort gab es keinen Internet-empfang und so konnten wir unser Übersetzungsprogramm nicht nutzen, aber trotz der doch recht großen Sprachschwierigkeiten hatten wir uns den gesamten Aufenthalt lang gut verstanden und angeregt unterhalten.
Wie gut also, dass es Menschen auch möglich ist mit den Händen und der Gestik zu kommunizieren und wie heißt es zutreffender Weise ….
„Liebe geht durch den Magen“
was also könnte mehr Verbundenheit schaffen dort in der Wildnis des Valle Lanaittos als ein gemütliches Abendessen in einer Schäferhütte.